Elternbrief der besonderen Art

 

Achtung Trigger-Warnung

Wenn du stabil bist und mit dem Thema Suizid umgehen kannst, darfst du gerne weiterlesen. Solltest du selber mit dem Thema Suizid betroffen sein, lies bitte nicht weiter! Vielen Dank!

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Mich erreichte ein Elternbrief am vergangenen Sonntag, den 05. Mai 2024 (!), denn der war wirklich sehr delikat. Aber lies selbst:

Was mich so sehr daran stört war die Tatsache, dass man nicht mal eine Trigger-Warnung bekam! Denn wie man vielleicht auch weiß, sind die Anzahl der Betroffenen enorm hoch, die gegen Depressionen kämpfen oder sich als Überlebende nennen können!

Zahlen? Ja, die gibt es und die sind nur eine Dunkelziffer!

Häufigkeit

In Deutschland versterben jährlich ca. 9.200 Menschen durch Suizid. Das sind mehr Menschen, als im Verkehr (ca. 3.000), durch Drogen (ca. 1.500) und an AIDS (ca. 270) zu Tode kommen (Statistisches Bundesamt 2020). Die Zahl der Suizidversuche ist schätzungsweise 15– bis 20–mal so hoch. Zwei von drei Suiziden werden von Männern verübt. Insbesondere ältere Männer haben ein erhöhtes Risiko. Bei den Suizidversuchen sind hingegen junge Frauen gefährdet. Auch wenn die Suizidzahlen seit den 90er Jahren insgesamt abgenommen haben, ist Suizidprävention nach wie vor dringend notwendig. (Quelle: Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention)

Was mich noch daran störte? 

Mich störte die Tatsache daran, dass mein Sohn diesen ELTERNbrief über seinen eigenen SCHÜLERaccount in seinem Smartphone ebenfalls empfangen hat und lesen konnte! Man kann sich vorstellen, dass es einem als liebende Mama im Kampf gegen Mobbing und Diskriminierung ganz anders wird, wenn Sohnemann plötzlich da steht und sagt: „Gä‘ Mama? So ging es mir vor kurzem auch mal! Ich hoffe, dem Kind geht es gut!“

Dann auch die Tatsache, dass ja auch genug Erwachsene/ Eltern darunter sein könnten, die mit dem Thema strugglen?! Also offen gesagt, hat mich das Thema stark getriggert (hier benutze ich das Wort Trigger tatsächlich nach Definition und nicht als Floskel!). Ich habe also auch in der Schule nun inzwischen vorgesprochen, dass man das hätte anders heraushauen können! Man öffnet den Schulmanager und wird erschlagen von der Überschrift als Aufreißer!? NO-GO! Mir wäre es echt lieber gewesen, wenn in dem Elternbrief so was steht wie „Liebe Eltern, wir haben einige aktuelle und ernste Informationen. Bitte beachten sie die Trigger-Warnung „Suizid“, bevor sie das mitgesendete PDF öffnen für mehr Informationen.“ Vielleicht wäre sogar noch angebracht, weitere Infos anzuhängen wie Seelsorgetelefon etc.?!

Zudem wurde Vincents Schulmanager-Zugang auf seinem Smartphone damals ohne meine Zustimmung in der Schule einfach eingerichtet. Das heißt, es wurde in seinen Einstellungen nach einer Mail-Adresse gesucht, diese einfach für einen Account hergenommen und dann der Zugang einfach generiert. Damals hatte ich bereits schon mal geäußert, dass ich keine Zustimmung gab und es dreist fand, dass man einfach über meinen Kopf hinweg Vincents private Daten dafür hernahm! Aber das wurde bisher überhört und scheinbar als unwichtig abgetan. Bis heute! Denn ich hab ganz dreist erwähnt, dass es ein klassischer Fall von Datenschutzverletzung darstellt und ich das locker mal zur Anzeige bringen könnte. Heute denke ich mir, wäre ich doch damals etwas willensstärker geblieben und hätte den Account löschen lassen! Aber hinterher ist man immer schlauer, gä´?

Telefonnummern in einer akuten Krise
  • Telefonseelsorge: 0800/ 111 0 111
  • Kinder- & Jugend-Sorgentelefon: +49 116 111
  • Krisendienst Bayern (psych. Beratung): 0800/ 655 3000
  • Gewalt gegen Frauen: +49 116 016
  • Online-Chat für alle: online.telefonseelsorge.de

 

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