Ein Traum wird war – oder: meine Hoppetossa

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Seit ewigen Zeiten liege ich meinem Gatten schon in den Ohren, dass ich mir so sehr einen Camper wünsche. Oder einen umgebauten Anhänger oder ein Dachzelt oder einfach irgendeine Art von mobilem Bett. Ich träume im Stillen von einem Lotto-Gewinn und einem Shopping-Haul bei Airstream Germany, bin aber wirklich mit etwas Älterem zufrieden, was auch erschwinglich ist. Es gibt da sogar so süße Klapp-Anhänger, die wie ein Koffer auf Rädern aussehen und sich zu einem Wohnwagen-Zelt auseinander falten lassen. Ds schreit nur so nach Hippie-Style und Boho. Es gibt die verrücktesten Möglichkeiten, in einem Bett auf Rädern zu nächtigen. 

Also kam es eines schönen Tages dazu, dass ich mit meiner lieben Freundin Lissy im August 2025 zusammen auf der Wiese saß und sie zu mir meinte, ich solle doch einfach mal manifestieren. Also tat ich das! Ich sagte also zum Himmel gerichtet sowas wie: „Liebes Universum, ich bekomme spätestens nächstes Jahr meinen Camper! Es wird ein älteres Model eines Fiat Ducato sein, bereits umgebaut und gut in Schuss! Bitte! Danke!“ 

Und wie sollte es anders sein, es wurde mir ein Camper geschenkt! 

Er war zwar nur ein Bausatz aus Steckbausteinen, aber er war mein erster Camper! An dieser Stelle ein großes Dankeschön von Herzen an Lissy, meine Freundin und Kollegin! Ich lieb das süße Ding - ES HAT SOGAR LICHT!! Und meine beiden Söhne habe ich gleich auch noch gebeten, mir zwei Figuren zusammenzustellen, die wie Lissy und ich aussehen!

Ich hatte also nun meinen ersten Camper, der auf meinem Wohnzimmertisch parkt. Es passt nicht mal mein dicker Zeh rein, aber ich habe mich gefreut wie ein kleines Mädchen an Jul. 

Dann vergingen einige Monate. Der Wunsch nach einem Camper war nicht weg, er war nur leise geworden. Seit der Corona-Krise explodierten die Preise für Wohnmobile ins Bodenlose. 

Eines schönen Tages (am 2. Juni 2026) erreichten mich 4 Fotos, die mir mein Mann schickte. Er sendete sie komplett ohne Kontext über einen Messanger.

Was wollte er mir damit denn wohl sagen? Auf meine Aussage hin, dass er mir nicht den Hals lang machen soll, kam auch keine weitere Antwort mehr, bis er endlich nach seinem Feierabend daheim mit der Sprache herausrückte. Der Camper gehört einem netten Rentnerpaar und soll wohl bald verkauft werden. Es handelte sich dabei um einen Fiat Ducato (L3H3) von 2009, der bisher nur um die 100.000km auf dem Tacho hat und ohne Rost sei. Ein Träumchen auf den ersten Blick! Etwa mein Träumchen? 

Am Abend also ging dann das Brainstorming los: 
  • Wie viel wollen die Besitzer haben?
  • Was ist eigentlich alles dabei? (Kühlschrank, WC, Herd, Spüle, etc.?)
  • Welche Zulassung wäre da vorgegeben? 
    • LKW oder Camper?
    • Wie hoch sind die Kosten für Kfz-Versicherung inkl. Schutzbrief?
    • Wie hoch sind die Steuern aufs Jahr? 
    • Saison oder volles Jahr?
  • In was müsste noch investiert werden? 
    • Muss er noch zeitnah durch den TÜV? 
    • Bereifung? 
    • Rost?
    • Umbau ergänzen/ reparieren/ ändern? 
    • Beklebung außen? 
  • Welcher Führerschein ist dafür notwendig und habe ich diesen? 

Je mehr wir drüber sprachen, desto klarer wurde das Bild über einen möglichen Kauf. Wir verglichen Versicherungen, fragten noch mal beim Besitzer nach, wägten ab und rechneten durch... So eine Investition soll nicht unüberlegt und spontan getätigt sein. Auch eine Besichtigung folgte noch für mich und ich war ganz verliebt! 

Am 30.Juni 2026 fuhren wir also nach Landsberg. Wir haben alles an Fragen für uns beantwortet, hatten das Geld und hatten den entschlossenen Willen, mit diesem Fahrzeug noch ein paar tolle Abenteuer zu erleben! 

Und dann folgte meine Jungfernfahrt! Ich war sowas von aufgeregt! 

Da stand er also, der neue (alte) Fiat Ducato aus meiner Manifestation aus dem letzten Jahr! Ich konnte es kaum glauben! Und dennoch: es gab noch einiges zu tun! Und meine Liste war wirklich nicht ohne, die ich in meinem spontanen Brainstorming schrieb: 

  • Grundreinigung von Textilien und WC
  • Vorhänge mit Pilzen (Heckfenster und zwischen Cockpit und Hinten)
  • Aufkleber alle außen ab
  • Aufkleber außen dran 
  • neue Sitzbezüge
  • Hängeschränke überarbeiten (Netze weg und Türen dran)
  • Moskito-Vorhang neu
  • Kleine Kommode (raus? bekleben? neuen Schrank mit Herd und Spüle?)
  • Schublade unter Kühlschrank (sichern! bemalen? bekleben?)
  • Stauraum unter Bett überarbeiten
    • Kiste raus
    • Schiebesystem mit Boxen rein
  • Tischplatte neu anfertigen
  • TV-Halterung aus
  • Wände mit Tapete ausbessern (Holzoptik)
  • neue Steckdosen (einheitlich)
  • neue Lampen (12V, kleiner und anderer Style)
  • Decke mit Pride-Flagge
  • Lichterkette ergänzen
  • neuer Tritt für außen (zusammenklappbar? kleiner?)
  • Zeltdusche weg, Vorhang für Heck mit Magneten 
  • Spiegel ins WC-Abteil
  • neue Haken ins WC-Abteil
  • Körbchen und Dosen für Ablage m WC
Und es gibt sicher noch mehr, was mit der Zeit in den Camper finden wird!  Wie zum Beispiel ein Solarpanel mit Generator, um spontan doch noch mal an Strom zu kommen, wenn man mal unterwegs ist und keinen Stromanschluss bekommt. Da hab ich schon mal nach einigen geschaut und bin hier bei diesen hängen geblieben: 

Aber wie es so ist: wenn man nicht sofort beginnt mit der Umsetzung, fängt man nie an! Also ging es los mit dem, was erschwinglich und vorhanden war und die Fotos sprechen hier für sich: 

Erst einmal kam alles an Zubehör und Equipment raus, um Platz zu schaffen! Da war eine Menge Zeug bei und vieles kann ich aktuell noch gar nicht gebrauchen oder zum Ausprobieren aufbauen, weil der Platz fehlt. Das ist alles erst mal in den Keller geordnet worden und das war gar nicht mal so wenig! 

Dann kamen alle Bezüge runter und in die Wäsche. Ich wollte den Geruch fremder Menschen nicht weiter haben und irgendwie musste dann auch eine ganz neue Matratze her. Das Zeug war zwar augenscheinlich wirklich sauber und gepflegt, aber man kennt es: reine Kopfsache! 

Als nächstes folgte dann der Stauraum unter dem Bett, den man nur vom Heck aus durch die Türen hinten erreichen kann. Sven bestellte hierfür gleich zwei Schiebesysteme und wir kauften dazu im Baumarkt auch die passenden (günstigen) Boxen mit Deckel.

Die Schienen haben wir zu einem fairen Preis auf CamperXL (unbezahlte Werbung) gefunden. Und da das Wetter so gut war, nutzten wir die Tage für das Ausbauen der mysteriösen Kiste mit den Löchern. Sven baute die Schienen ein, die kurz nach der Bestellung schon bei uns ankamen.

Erst mal muss diese Kiste da raus

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So sah es also kurz nach dem Kauf aus. Leinenstoffe, die ich noch in meiner Näh-Kiste hatte, dienten auch erst mal als notdürftige Vorhänge, da ich wegen einer Einladung zu einer Veranstaltung tatsächlich schon recht schnell nach dem Kauf im Camper schlief. Auch in dieser Nacht wurde mir bewusst, dass Aufbock-Keile absolut wichtiges Equipment sind, die noch gekauft werden müssen. 

Als nächstes folgte die fummelige Arbeit wegen der Aufkleber, die außen noch am Heck klebten. Die mussten unbedingt auch noch weichen, denn ich möchte nicht auf etwas Selbstverständliches hinweisen! Ich bremse nicht nur für Biker, sondern für Tiere, Menschen, andere Fahrzeuge und sogar Hauswände! Stell sich das einer vor! 😜

Mit Aufkleber (vor dem Kauf)

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Dann ging es am selben Wochenende los, dass wir Steckdosen, Lampen und die Seitenwände kurzerhand „rausrissen“. Die Lampen wurden gegen neue (kleinere) ausgetauscht, die Wände bekamen eine schöne selbstklebende Tapete verpasst und die Steckdosen wurden alle entfernt und gegen einheitliche Steckdosen ausgetauscht. 

Endlich beide Seiten fertig!

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Nach einigen Tagen kam auch die neue Matratze schon und es folgte die weitere Deko wie Pride-Flagge an der Decke, Spiegel im WC-Abteil und das ein oder andere Zeug, was nun im Camper seinen Platz findet. Auch schöne Vorhänge und Sitzbezüge sind nun da und ich liebe diesen Camper!

Dieses komische Lamellen zusammennähen…

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Es fehlte also nur noch der Name: 

Hoppetossa

Wieso Hoppetossa: 

„Hoppetosse“ ist der Name des Schiffes von Kapitän Efraim Langstrumpf, dem Vater von Pippi Langstrumpf aus den bekannten Kinderbüchern von Astrid Lindgren. Im schwedischen Original („Hoppetossa“) bedeutet das Wort umgangssprachlich „Frosch“ oder bezeichnet einen irrlichternden Geist (Irrwisch). Und ich dachte mir, das passt einfach zu mir!