Ein Schutz-Konzept an der Schule: traurig, aber nötig!

Nun ist der April rum, der Autism-Awareness-Month ebenso – und wir machen dennoch weiter!

Was tut man nicht alles als Löwenmama, wenn es um Mobbing geht. So langsam wird einigen Stellen in der Hierarchie des Ganzen auch mal klar, dass man das Opfer auch endlich mal schützen sollte.

Also gibt es nun ein Schutzkonzept, bei dem mein Kind gewisse Vorzüge bekommt, um nicht benachteiligt oder gefährdet zu werden.

Es geht im Bus schon los, dass er ganz vorne hinter der Türe beim Busfahrer sitzt und immer den selben Platz für sich reserviert bekommt. Sitznachbar darf eines der Geschwisterkinder sein oder der Platz bleibt leer. Die Jungs aus seiner Klasse müssen (!) ganz hinten sitzen, es wird auf räumliche Trennung geachtet so weit es geht! 

Zur Pause und auf dem Schulhof gibt es nun Regeln zur Nutzung des Schulhofes. Montag bis Donnerstag darf mein Sohn den Sportplatz nutzen und die besagten Jungs dürfen sich nur vor der Schule auf dem kleinen Schulhof beim Maibaum aufhalten. Freitags wird getauscht. Das hat Vincent selber angeboten. In der Pause darf er auch bei Bedarf in das Gebäude und in zwei für ihn festgelegte Räume, um sich zurückzuziehen, wenn es draußen oder auch im Unterricht zu laut wird. Einmal ist es das Büro der Dame von JAS (Jugendsozialpädagogik an Schulen) oder ein anderer Raum, der noch dafür hergerichtet wird, wenn die Dame mal nicht da ist. 

Toilettengänge waren bisher immer nur zur Pause erlaubt, was nun für Vincent auch eher während der Unterrichtszeit erlaubt wird, ohne dass er sich rechtfertigen muss. 

Umkleidekabine war bisher auch immer beim Sport der reinste Horror und wird in Zukunft anders geregelt. Für ihn wird ein eigener Raum dafür zur Verfügung gestellt, wo es ruhiger ist und er sich umziehen kann. 

Auch darf er seine Kapuze tragen, wenn es ihm zu viel wird. Das wurde bisher auch strikt untersagt, weil es in der Hausordnung steht. Nun ist es ein offizielles Zeichen dafür, dass es grad für ihn zu viel ist und er nicht angesprochen werden mag. Sollte er das alles ausnutzen, würde man das schnell merken. Aber auch darüber habe ich mit Vincent gesprochen. 

Es gibt eine kleine Gruppe von Kindern aus seiner Klasse, die für Vincent als eine Art Beschützergruppe festgelegt wurden. Diese Kinder wurden von Vincent selber ausgewählt. 

Zusätzlich sollte noch am 6.Mai 2024 mit dem MSD-A besprochen werden, wie die Aufklärung der Lehrkräfte und der Klasse ablaufen soll: ob mit oder ohne Vincent, ob eine generelle Aufklärung über Neurodiversität, über Autismus (und/ oder anderen Diagnosen wie ADS/ADHS und LRS, etc.) oder speziell über Autismus bei Vincent als individuelle Person. Hinzu kommt, dass bei diesem Termin die Kinderpsychologin der Lebenshilfe dabei sein möchte, um Vincent zu unterstützen und auch die zukünftige Schulbegleitung, die wir nun endlich ab dem 1. Juni 2024 im „Team Vincent“ haben werden. Das sollte Vincent eigentlich alles mitbestimmen bei diesem Termin und auch JAS und die Schulpsychologin vom Schulamt haben gemeint, dass diese Aufklärung dringend noch vor den Sommerferien stattfinden sollte! 

Leider ist nach aktuellem heutigem Stand nun fraglich, ob der Termin am 6. Mai 2024 überhaupt stattfindet, denn angeblich wurde dieser von Seiten des MSD-A schon bei JAS abgesagt. Offiziell habe ich davon jedenfalls noch nichts erfahren. Man darf also gespannt bleiben. Vor allem bin ich gespannt auf die Begründung!

Im Übrigen sucht die Mittelschule Fuchstal aktuell in eigener Sache nach Busbegleitungen: 

Ein Gedanke zu „Ein Schutz-Konzept an der Schule: traurig, aber nötig!

  1. Ist das nun endlich mal angekommen an der Schule und den verantwortlichen Behörden, Psychologen und wer sonst noch alles involviert werden muss(te), dass sich kein Elternteil so etwas freiwillig raussucht und auch nicht aus Zeitvertreib ständig auf der Matte steht und sein Recht für sein Kind immer und immer wieder einfordern muss? Dass man eigentlich einfach nur mal gerne „normale“ Probleme hätte wie jeder andere auch? Großen Respekt an dich, dass du nicht aufgibst. Ich wünsche euch sehr, dass Vincent endlich einfach nur zur Schule gehen darf.

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