Zufälliger Wandel

Ich weiß gar nicht, wie ich diesen Beitrag beginnen soll. In meinem Kopf passieren gerade viele Dinge, von denen ich mir irgendwie von der Seele schreiben mag. Vieles (ver)ändert sich und ich bin mit einigen Ereignissen sehr zufrieden, da sie mich nach vorne bringen. Aber es gibt auch Veränderungen, die mich innehalten lassen, weil plötzlich eine Leere da ist, die ich so nicht geplant habe und mit der ich momentan nicht so recht umgehen kann. Ich will da auch gar nicht so weit ausholen. 

Und dann kommt da oft von außen eine Aussage: 

So ein Zufall! 

Doch was meint dieser Satz eigentlich genau? Schwups, na was ist denn da? Nein, nicht so ganz…

 

In den letzten Wochen und Monaten passiert hier bei mir so vieles, was ich nicht sofort einsortiert bekomme. Veränderung macht mir Unbehagen. Pläne ändern macht mir teilweise auch Angst. Es ist unangenehm, wenn man einer Veränderung ausgeliefert ist und in seinem eigenen Kopf und Gedankensalat erst mal sortieren muss, während das Leben rasant einfach so weitergeht. 

Ich finde es gerade sehr akut, was momentan passiert. Überall, nicht nur bei mir, sondern auch bei anderen Menschen ist es spürbar, dass alles in einem Wandel ist. Es kommen Menschen in mein Leben, die mich brauchen, die ich brauche. Und andere, auch sehr lieb gewonnene Menschen gehen, die ich vermissen werde. Ob ich es aufhalten könnte? Sicher könnte ich das!

Aber würde ich dann nicht mich selbst verlieren? 

Die Lücke, die ein Mensch beim Weggehen hinterlässt, ist halt einen kurzen oder viele lange Momente mehr (oder weniger) schmerzvoll. Und das spüre ich. Nicht jetzt erst, sondern eigentlich immer schon, wenn man jemanden aus seinem Leben ziehen lassen muss, der vorher eine intensive Zeit in meinem Leben eine Rolle spielte. Da ist es wieder, dieses Bauchgefühl, diese Intuition, dieses Gefühl…

Aber ich finde es beruhigend, wenn mich der Schmerz einholt. Klingt das dumm? 

Die Menschen, die eine wichtige Rolle in (m)einem Leben spielten, sind nicht komplett weg. Und manchmal ist dieses „dahinschwinden“ wie ein Ausschleichen, manchmal aber auch sehr abrupt mit Ansage. In keinen der beiden Fällen ist es schön. Der Schmerz des Wahrnehmens einer Lücke zeigt mir in dem Moment, dass diese vorher intensiv gefüllte Phase des Lebens nicht unwichtig, nicht umsonst war. Vielleicht war es wichtig für den weiteren Weg durch die Achterbahn des Lebens. Auch für die andere Seite! Denn in der Phase einer Freundschaft gibt man ja von beiden Seiten und nimmt von beiden Seiten – jedenfalls im besten Fall. Die Lücke nach dieser Freundschaft ist gefüllt voller Erinnerungen. Natürlich gibt es auch weniger gute Erinnerungen, aber man verbrachte die meiste Zeit der intensiven Phase ja mit Verbindungen. Verbindungen wie gemeinsame Hobbies, gemeinsame Interessen oder gemeinsamen Freundschaften und Unternehmungen. „Making Memories!“ sagt man ja so schön. Und das sollte als Erinnerung in dieser Lücke einfach überwiegen. Die Lücke ist voller wertvoller Erfahrung und auch schöner Erinnerung. An diesen halte ich fest. Ich bin kein Mensch, der sofort alles vernichtet oder entsorgt, was an diese intensive Zeit erinnert. Im Gegenteil – ich hüte es wie einen Schatz. 

Diese Lücke darf aber auch wieder irgendwann gefüllt werden mit neuen Zufällen. Mit neuem „making Memories!“. 

Denn: es fällt einem zu, was fällig ist! 

Damit soll aber nicht gesagt sein, dass jeder Mensch ersetzbar sei. Niemand ist das! Nicht auf der Gefühlsebene. Das ist vielleicht bei einer Stellenbeschreibung so. Aber nicht im Herzen… 

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