Mal wieder im Josefinum – oder: Studie zur Entscheidung von Offenlegung oder Nicht-Offenlegung psychischer Erkrankungen

Jetzt sitze ich hier im Josefinum in Augsburg, während Vincent zu einem IQ-Test beordert wurde.

Da wir für das kommende Schuljahr erneut den Antrag für eine Schulbegleitung stellen müssen, wurde mir vom Landratsamt Landsberg die Auflage aufgedrückt, wieder ein diagnostisches Gutachten aus unserer Autismus-Ambulanz einzuholen, was nicht älter als zwei Jahre sein darf – als ob sich eine Diagnose bei Autismus noch ändern würde.. 🙄

Also sitze ich nun hier in dem Vorraum der Anmeldung, während Vincent tapfer alleine dem Psychologen hinterher stapfte..

Dieser drückte mir noch vor seinem Verschwinden mit Vincent einen Flyer mit Beiblatt in die Hand..

Es geht um eine Studie von Eltern psychiatrisch erkrankter Kinder im Alter von 6-17 Jahren. Und eigentlich geht es bei der Studie darum, wie sich Eltern dafür oder dagegen entscheiden, die Behinderung/ Krankheit in der Öffentlichkeit zu behandeln. Gehen sie offensiv damit um und erklären den Mitmenschen, was mit dem Kind ist oder eben nicht?

Für mich ist das meist situationsbedingt und wenn ich so recht überlege: offensiv!

Ich bin keine inkonsequente oder gar inkompetente Mutter, die einen „Erziehungsfehler“ neben sich laufen hat! Ich bin trotz des „Befehlston“ keine lieblose Mutter! Ich gehe auf mein Kind ein – denn es benötigt klare Grenzen, Regeln und vor allem kurze und klare Ansagen, die ihn nicht überfordern oder überreizen.

Doch das sehen Nichtwissende in mir, wenn sie mich im Umgang mit Vincent beobachten. Sie sehen nie, wenn er müde abends in meinem Arm kuschelt oder er seine Tablette nimmt, damit er entspannt durch die Nacht in den nächsten anstrengenden Tag kommt..

Ich gehe offensiv damit um, auch um aufzuklären! Die Menschen sollen endlich wach werden und sich den Bedürfnissen anders-tickender Menschen öffnen!

Nicht Autisten müssen sich der großen Masse anpassen – das muss die große Masse! Denn jeder hat das Recht, individuell zu sein und nicht in seinem Leben eingeschränkt zu werden, nur weil die Wahrnehmung anders ist!

Das war mein Senf zum heutigen Mittwoch! Habt einen schönen Tag!

Eure Steffi


2 Gedanken zu “Mal wieder im Josefinum – oder: Studie zur Entscheidung von Offenlegung oder Nicht-Offenlegung psychischer Erkrankungen

  1. Danke liebe Eri,
    aber auch durch Erfahrung bin ich erst so geworden..
    Was meinst, was Blicke schmerzen, wenn andere Mütter an dir vorbei gehen während ich mein tobendes und völlig reizüberflutetes Kind auf dem Schoß sitzend mitten auf dem Weg zum Kita-Parkplatz festhalte und versuche zu beruhigen.. Irgendwann macht die Verletzung durch andere einen nur stärker..

Hinterlasse deine Meinung dazu

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s