Viele sagen, ich hätte mich verändert..

..doch niemand fragt warum! 

Meine Sicht der Dinge: 

Eigentlich ist das total logisch! Man verändert sich ja ständig! Man entwickelt sich weiter oder bleibt auf der Stelle – je nach dem ob man aus den Ereignissen im Leben etwas mitnimmt oder eben nicht. 

Manche sagen, ich sei eine starke Frau! Einige sagen, das würde für 10 Leben reichen, was mir wegen eines Mannes widerfahren sei – darunter auch meine Therapeutin, die mir wirklich sehr gut geholfen hat, alles zu verarbeiten.. 

Ich habe sogar ihren Rat angenommen, ich schreibe meine Geschichte(n) auf, die mich belasten, die mich beschäftigen und bei denen ich hoffe, dass es Erleichterung bringt, wenn ich es mir von der Seele schreibe. 

Ich habe sogar lange überlegt, ob ich es privat für mich schreibe oder öffentlich. Aber ich finde, die Welt darf ruhig erfahren, was es für feige und kranke Menschen gibt, die einem das Leben zur Hölle machen! 

Ja, es geht um meinen Ex Stefan,Vincents Erzeuger! Wie ich bereits schrieb, machte er mir mein Leben noch in der Beziehung zur Hölle. 

Nach dem Sorgerechtsstreit bis zur zweiten Instanz waren seit der Trennung inzwischen fast zweieinhalb Jahre vergangen und ich bekam endlich das alleinige Sorgerecht, nachdem ich vor Gericht mit Hilfe gutem Rechtsbeistand klarmachen konnte, dass ich eine gute Mutter sei! 

Er warf mir vor, ich sei drogensüchtig, Deogendealerin, Alkoholikerin, Prostituierte, würde mein Kind verwahrlosen lassen und misshandeln – nur damit er Vincent bekommt und Unterhalt kassieren kann. Es ging ihm immer nur um Geld!

Allein die Vorwürfe und das Beweisen des Gegenteils durch ein psychologisches Gutachten waren schon verletzend genug. Doch ich nahm alles auf mich für mein geliebtes Kind!

Aber was dann noch auf mich zukommen sollte, schlug dem Fass den Boden aus! 

Als ich mich im Juli 2011 trennte, suchte ich Hilfe beim zuständigen Jugendamt, da Stefan mir Vincent nicht wie vorher vereinbart nach einem Umgangsrecht von drei Tagen zurück brachte. Ich musste mir anhören, dass er ja ebenso das Sorgerecht habe und man mir daher nicht helfen kann. Selbst die Polizei half mir nicht – die war schon über mich und ‚meine Drogen‘ informiert und absolut voreingenommen.. 

Es folgten 5 Tage und 5 Nächte in Angst um Vincent, bevor durch meine Anwältin das Jugendamt einschritt und Stefan mir Vincent aushändigte. Ab da an gab es nur noch Umgang ohne Übernachtungen und mit richterlicher Verfügung, dass er Vincent nur an verabredeten Tagen sehen durfte. Und ich hatte das Recht, eine Anzeige zu machen, wenn er ihn zu spät oder gar nicht heimbrachte! Das war wenigstens etwas beruhigend!

Auch das Aufenthaltsbestiungsrecht lag inzwischen durch ein Eilverfahren bei mir! 

Stefan suchte in meinem näheren Umfeld nach Informationen über mich, aus denen er mir einen Strick drehen konnte! Ich lebte ab sofort in Angst und ziemlich isoliert. Neue Freundschaften waren für mich sehr schwer zu finden, ich konnte mich schwer Fremden gegenüber öffnen oder anvertrauen. Ich ging kaum vor die Tür und war oft daheim. 

Da ich von Stefans Lebensweise wusste, äußerte ich wiederholt starke Bedenken, was Raphael angeht – Vincents großer Bruder

Die Dame im Jugendamt sagte wortwörtlich zu mir „Frau L., kümmern Sie sich lieber um ihr eigenes Kind! Sie sind befangen!“

Da verschlug es mir die Sprache – und dieser Satz verfolgt mich wohl mein Leben lang! 

Nachdem ich am 23.12.2013 in zweiter Instanz endlich das alleinige Sorgerecht nach über 2 Jahren zugesprochen bekam – unanfechtbar – gab es weitere anonyme Meldungen bezüglich Raphaels Wohlergehen. 

Was ich erfuhr, war beleidigend: man überprüfte wohl zuerst, ob die Meldungen von mir kamen! (Ich war ja befangen!) Ich wusste davon gar nichts, schon gar nicht von den Begebenheiten bei Raphael daheim! Denn wie sich herausstellte, ging er regelmäßig zu Nachbarn und fragte nach etwas zu essen und zu trinken! 

Das war genau das, was ich befürchtet hatte – Stefan kümmerte sich nie um geregelte Mahlzeiten, saubere Kleidung oder Tagesstrukturen die ein Kind benötigt. Als ich davon erfuhr, weinte ich oft bitterlich, fühlte mich ohnmächtig, machtlos, traurig, wütend, .. schuldig! 

Wäre ich doch bei ihm geblieben! Hätte ich doch mehr für ihn versucht zu unternehmen! 

Mittlerweile suchte Raphaels Opa, Stefans Schwiegervater, Kontakt zu mir und erzählte, dass auch er um das Wohlergehen besorgt ist und um ein Umgangsrecht vor Gericht kämpft – er hatte seinen Enkel inzwischen auch über zwei Jahre nicht gesehen. 

Auch waren neben meiner  Unterhaltsforderung für Vincent andere Gläubiger hinter Stefan her – es ging um Mietschulden, Kreditschulden (Porsche, Audi, Haus, teure Kameras,..) teurer Lebensstil und eine Veruntreuung von Raphaels Erbe seiner Mutter. 

Insgesamt waren es über € 600.000 Schulden! Das muss man sich erst mal auf der Zunge zergehen lassen!! Über eine halbe Millionen Euros! 

Im Januar 2014 wurde Stefan endlich das Sorgerecht von Raphael aberkannt und die Vormundschaft von Raphael lag beim Jugendamt. 

Dennoch war Raphael weiter bei Stefan und mehrere Stellen signalisierten ‚Gefahr in Verzug‘, weswegen Raphael eigentlich sofort hätte ausziehen und in eine Pflegefamilie untergebracht werden sollen. Aber die Bürokratie in Deutschland wieder – da passiert erst was, wenn alles zu spät ist. 


Auch dieses Mal.. 

Es war der 3. Juni 2014, 21:30 Uhr war schon vorbei und ich war nach dem Spätdienst gerade daheim und sehr müde. 

Es klingelte Sturm an der Haustüre und zwei Polizisten kamen zur Tür rein. 

„Sind sie Stefanie L., die ehemalige Lebensgefährtin von Stefan F. mit dem gemeinsamen Kind Vincent?“ 

Und ab da an passiert alles wie in Watte… 

Sie teilten ziemlich nüchtern mit, dass Stefan zusammen mit Raphael tot in der Wohnung aufgefunden worden sind. Man geht von einem ‚erweiterten Suizid‘ aus, beim Kind gab es keinerlei Anzeichen von körperlicher Gewalt… Kohlenmonoxid-Vergiftung! 

Ein Seelsorgeteam kam ebenfalls noch, aber sie ließen mich mit meinem Schmerz, meiner Trauer, dem Schock und meiner Wut über das Jugendamt auch wieder alleine zurück.. 

Ich brach zusammen… 

„Frau L., kümmern Sie sich lieber um ihr eigenes Kind, sie sind befangen!“ klingelte es immer wieder in meinen Ohren… 

Ich war die ganze Nacht wach, weinte, wollte aus diesem Alptraum endlich aufwachen und weiter die Hoffnung haben, Raphael irgendwann zu treffen, ihn in meine Arme zu schließen und ihm alles erklären können… 

Doch keiner weckte mich – ich war wach, es war alles real und kein Alptraum. 

Wie es weiterging möchte ich gerne als eigenen Beitrag schreiben. Doch dafür muss ich mich erst mal sammeln.. 

im Urlaub mit Raphael 2011
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20 Gedanken zu “Viele sagen, ich hätte mich verändert..

    1. Ja.. Nach dem Text muss ich auch erst mal wieder Katzenvideos schauen und meinen Puls beruhigen..
      Ich hab sicherlich einiges ‚ausgedünnt‘ an Informationen und weiteren Eskapaden aber was da steht ist genauso passiert – leider 😦

    2. Ach Unsinn…Du hast doch selbst versucht zu überleben und Dich über Wasser zu halten….Dir wurden doch von allen nur Steine in den Weg gelegt!

    3. Das stimmt wohl. Aber dieses Schuldgefühl werde ich wohl nie ganz los – auch wenn mein Logikhirn sagt, ich hab alles richtig gemacht… Ist halt doof..

    4. damit nimmst Du Stefan die verantwortung weg….er soll sich im Grab noch umdrehen…..Du hast Recht auf ein normales Leben, Du bist ein wirklich guter Mensch!

  1. Oh man, ja das das Jugendamt nicht unbedingt eine Hilfe ist hab ich auch erfahren, aber das sie nicht reagieren obwohl deutlich Gefahr besteht ist heftig. Es macht traurig, hilflos und wütend.

    1. Danke für deinen Kommentar! ❤️
      Sie haben wohl schon irgendwie reagiert: sie haben Stefan angerufen und um einen Termin bei ihm daheim gebeten, um die Wohn-Situation zu prüfen. Aber er hat wohl (lt. einem Jugendamt-Mitarbeiter, der mir das gesagt hatte) abgelehnt und gemeint er habe keine Zeit für sowas, weswegen das Jugendamt nichts weiter unternommen habe. Bei sowas könnt ich kotzen, soviel kann ich gar nicht essen!

  2. Oh Gott.
    Das ist ja schrecklich. Der arme Raphael 😦 wie feige von Stefan, seinem Kind das Leben zu nehmen – wenn er mit SICH nicht mehr klarkommt, schön…soll er das machen. Aber sein unschuldiges eigen Fleisch und Blut so aus dem Leben zu reißen…da fehlt mir Wort und Verständnis.

    Und, liebe Steffi: Mach dir bitte bitte keine Vorwürfe! Du hast getan, was du konntest. Alarm geschlagen, wo es nur ging! Leider können wir uns kein Superhelden-Cape überstreifen und die Menschheit retten, sondern müssen uns auf die verlassen, die dafür ausgebildet sind – und wenn die dann versagen, ist es nicht unsere Schuld.

    Ich drück dich!

  3. Was für ein fürchterlicher Mensch und grausame (leider wahre) Geschichte. Da haben die Behörden ja wohl mehr als versagt, wie grausam, dass ich soetwas durchleben musst.
    Du beeindruckst mich, dass du darüber erzählen kannst. Wirklich!

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