Herzinfarkt und Fenstergriffe

Im Sommer 2014 ereignete es sich, dass Vincent und Joséphine in Vincents Zimmer spielten und es plötzlich irgendwie zu leise wurde.

Da ich zu dem Augenblick auf dem Weg zu meinem Spätdienst war, ging Sven leise durch den Flur und sah mit großem Schrecken, wie Vincent im geöffneten Fenster seines Kinderzimmer stand und raus sah. Gleichzeitig animierte er seine kleine Schwester dazu, ebenfalls auf die Fensterbank zu klettern..

Komm Fine, komm..!“

Sven verhielt sich trotz dem Schock und der Angst davor, dass Vincent ein Stockwerk tief fallen könnte, sehr leise. Er sprach 4m entfernt den Bub an, blieb im Ton leise, um ihn nicht zu erschrecken..

„Vincent, was machst du denn da? Sei bitte vorsichtig! Papa kommt jetzt zu dir und schaut auch raus!

Sven schnappte sich Vincent und schloss sofort das Fenster!

WAS EIN SCHRECK! Nicht auszudenken was passieren konnte, wäre er rausgefallen!

Sven rief mich an, erzählte mir alles und fragte, ob ich das Fenster  offen gelassen habe.. Natürlich nicht! Vincent muss es also selber geöffnet haben…

Als ich abends im Bett lag, surfte ich auf Amazon und eBay herum, auf der Suche nach einer Lösung. Und 48h später waren alle Fenstergriffe in unserer Wohnung ausgetauscht! Ab sofort wurde jedes Fenster abgeschlossen.

Was ich mich fragte, war auch immer, ob der Bub nicht merkt wenn seine Handlung womöglich Gefahren  verbirgt, merkt er nicht wenn er sich oder andere verletzen könnte?! Das trieb mich oft an den Rand der Verzweiflung…

Dank der Physiotherapie lernte Vincent jedoch Schritt für Schritt Gefahren zu erkennen. Er wurde vorsichtiger, war weniger tollpatschig und stolperte auch weniger.

Die Fenstergriffe zum Abschließen haben wir jedoch immer noch..

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3 Gedanken zu “Herzinfarkt und Fenstergriffe

  1. ich denke, auch ein nicht autistisches Kind hätte das machen können…DA habt ihr wirklich einen Schutzengel gehabt!

  2. Ja, auch nicht autistische Kinder machen das. ABER, unser Zwerg hat im Alter von 2,5 Jahren dies innerhalb weniger Stunden 5mal gemacht. Und war absolut beratungsresistent. Ich habe wieder das Bild vor Augen, wie er auf der äußersten Kante des Fensterbrettes stand. Vier Meter tiefer der gepflasterte Boden. *grusel*

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