Ein Jahr später – Vincent so brav wie nie!

Da im letzten Jahr nach der Diagnostik gesagt wurde, man solle Vincent ein Jahr später erneut den Ärzten und Therapeuten in der KJP vorstellen, habe ich mich im Juni 2015 darum bemüht, für uns einen Termin zu bekommen. Diesen bekamen wir recht schnell für Anfang August.

Vincent und JoséphineIch brachte also Joséphine zu einer Bekannten und fuhr mit Vincent und Baby Mathis nach Augsburg zur KJP. Dort angekommen parkten wir im Parkhaus der Klinik und während ich noch den Kinderwagen zusammenbastelte und Baby Mathis darin bettete, parkte direkt neben uns ein weiterer Wagen ein. Ganz nach Vincent’s Art sprach er den Mann am Steuer an. Vincent -ganz distanzlos- wollte nun alles von diesem Fremden wissen; woher er kommt, warum er da parkt, wie er heißt, ob das sein Auto ist, was er im Krankenhaus macht, ob er krank sei, etc.!

Mal wieder war es mir sehr peinlich, denn als ich versuchte Vincent zu stoppen, hörte er natürlich mal wieder nicht auf mich. Der Fremde aber nahm es mit Humor und beantwortete Vincent’s Fragen während dem Einparken bei offenem Fenster kindgerecht und sehr geduldig. Und Vincent saß brav währenddessen auf seinem Kindersitz bei geöffneter Autoschiebetür.

Als wir dann aus dem Parkhaus gingen, war Vincent ausnahmsweise mal wirklich artig und blieb an meiner Seite, wie ich ihm auftrug. Er war nicht wild oder riss sich los, er war nicht unachtsam und er fragte mich plötzlich, ob er krank sei, weil wir ja wegen ihm hier ins Krankenhaus mussten.

Ich erklärte ihm zum ersten Mal, dass er ja als kleiner Junge (im letzten Jahr) schon mal hier war und viele Leute mit ihm gespielt und ihm dabei zugeschaut haben. Und diese Leute wollten wieder mit ihm spielen, weswegen wir nun wieder hier sind. Ich gab ihm zu verstehen, dass er nicht krank sei, sondern dass er einfach ein besonderer Junge ist, weswegen die Ärzte ihn noch mal zu Besuch haben möchten.

Oben auf der Station der psychologischen Ambulanz für Kinder und Jugendliche meldete ich uns an, während Vincent alleine zur Toilette ging – er wusste noch wo das war! Danach spielte er mit einem anderen anwesenden Jungen gleichen Alters auf dem Gang „hin und her laufen“, während ich Baby Mathis stillte. Diese Lauferei der Kinder schien keinen dort zu stören, also ließ ich ihn gewähren, aber passte auf, dass er nicht doch noch zur Tür raus lief.

Als wir dann an der Reihe waren, holte uns die Therapeutin von damals ab und ging mit uns ins Erdgeschoss in ihr Büro. Dort wurde dann mit mir das Eltern-Interview (genannt ADI-R) durchgeführt. Vincent wurde wenige Minuten später von einer anderen Therapeutin abgeholt und ging bereitwillig mit ihr mit, um den ADOS (dieses Mal Modul 3) zu durchlaufen.

Zu meinem Erstaunen ging er ganz lieb mit und laut der Therapeutin hat er die komplette Zeit über (ca. 1h) sehr gut mitgemacht, so dass dieser Test auch richtig ausgewertet werden kann.

Wir bekamen noch zwei weitere Termine für Ende August und Mitte September. Während dem zweiten Termin, ließ Vincent sich ebenfalls wieder ohne weitere Schwierigkeiten von mir trennen.

Er ging mit einer Logopädin in einen anderen Raum zu einem Sprachentwicklungstest, während ich die zweite Hälfte des ADI-R weiter beantwortete. Als ich mit der Therapeutin beim ADI-R dem Ende entgegen kam und Vincent wieder zu mir gebracht wurde, äußerte die Logopädin, dass Vincent wunderbare Erfolge erzielt hat seit dem letzten Jahr, er aber dennoch weiter Defizite und Stereotypen zeigt.

Der dritte Termin ist Mitte September 2015, allerdings ohne Vincent und es wird ein Diagnose-Gespräch geben mit den jeweiligen Therapeuten und einer Ärztin, welche dann die Diagnose festlegen wird. Den dazugehörigen Arztbericht werden wir sicher erst wieder einige Wochen später erhalten. Bis dahin zieht sich die Zeit wie Kaugummi und ich weiß ja eigentlich, dass wir schon recht fix mit allem durch sind – im Gegensatz zu anderen Eltern mit ihren Kindern, die allein Monate zum ersten Termin hin warten müssen und dann von Termin zu Termin ebenfalls wieder Wochen und gar Monate warten.

Was im Endeffekt gesagt wird und im Bericht steht, erzähle ich dann zu gegebener Zeit. Ich bin jedenfalls sehr gespannt!

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6 Gedanken zu “Ein Jahr später – Vincent so brav wie nie!

    1. Es wird nicht besser, aber es wird anders.. 😉 wobei.. Es wird auch sicher irgendwann besser.. Nur bei meiner Tochter bin ich unschlüssig! Meine Mutter sagt, sie wird immer die Zicke bleiben, die sie ist.. ;)))

  1. du schreibst es so, dass man sich richtig mit dir freut, haben wir doch die anderen Schritte vorher auch mitgemacht 😉

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